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Wenn die Erinnerung geht

Die Alzheimer-Vereinigung Wallis begleitet Betroffene und Angehörige — eine stille, unverzichtbare Arbeit.

Es beginnt meistens klein. Ein vergessener Name. Ein Termin, der aus dem Gedächtnis gleitet. Dann die Schlüssel, die Jahreszeit, das Gesicht des Enkels. Alzheimer und andere Demenzerkrankungen betreffen im Wallis — wie überall in der Schweiz — Zehntausende von Menschen. Direkt und indirekt: die Betroffenen, ihre Familien, ihre Nachbarn.

Die Alzheimer-Vereinigung Wallis hat ihren Sitz in Sitten und betreut beide Sprachregionen des Kantons. Was sie leistet, ist selten in der Zeitung. Es ist still, kontinuierlich und unersetzbar.

Was die Vereinigung anbietet

Das Kernangebot umfasst Beratung — kostenlos, vertraulich, auf Deutsch und Französisch. Angehörige, die plötzlich zur Pflegeperson werden, erhalten Orientierung: Was ist Demenz? Welche Hilfen gibt es? Wie kann ich Grenzen setzen, ohne schlechtes Gewissen?

Dazu kommen Entlastungsangebote: Tagesbetreuung für erkrankte Menschen, damit pflegende Angehörige auch einmal durchatmen können. Gedächtnistraining. Gesprächsgruppen — für Betroffene im Frühstadium, aber auch eigene Gruppen für Angehörige, die unter sich sein müssen.

Ein besonderes Angebot ist das begleitete Spazieren: Freiwillige gehen regelmässig mit demenzkranken Menschen spazieren — einfach so. Das klingt bescheiden. Es ist es nicht. Es bedeutet Freiheit für die erkrankte Person, Entlastung für die Familie, Menschlichkeit im Alltag.

Eine stille Krise

Demenz ist die häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit im Alter. In der Schweiz leben schätzungsweise 150'000 betroffene Menschen — Tendenz steigend. Im Wallis, mit seiner alternden Bergbevölkerung und den oft weiten Wegen zwischen Dorf und Dienstleistung, ist die Situation besonders anspruchsvoll.

Viele Familien tragen die Last lange allein. Scham spielt eine Rolle. Unwissen. Und manchmal auch schlicht die Entfernung zur nächsten Anlaufstelle.

Die Alzheimer-Vereinigung versucht, näher zu kommen: mit aufsuchender Arbeit, mit Informationsveranstaltungen in den Regionen, mit einer Telefonberatung, die auch aus Gampel oder Simplon erreichbar ist.

Was bleibt

Wer einmal eine demenzkranke Person begleitet hat — in der Familie, als Nachbar, als Freund — weiss, worum es geht. Es geht nicht nur um Medizin. Es geht darum, wer jemand war. Darum, Würde zu wahren, wenn das Gedächtnis sie nicht mehr selbst halten kann.

Die Alzheimer-Vereinigung Wallis tut genau das. Leise. Beharrlich. Notwendig.

Bernhard Kuonen


Kontakt und Informationen: Alzheimer-Vereinigung Wallis

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