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Der Mut von Oberwald

Oberwald plant eine Bergbahn auf den Hungerberg — ein Zeichen für sanften Tourismus und den Mut kleiner Gemeinden.

2009 wurden die Skilifte am Hungerberg stillgelegt. 2012 abgebrochen. Was blieb: ein Bergrestaurant, ein Aussichtspunkt, ein Dorf, das weitermacht — und eine Gemeinde, die nicht aufgibt.

Jetzt will Oberwald den Hausberg zurück. Patric Zimmermann, Gemeindepräsident von Obergoms, und sein Rat planen eine vollautomatisierte Bergbahn — einen Kilometer, vier Minuten Fahrt, bis zu 120 Personen pro Stunde. Kosten: fünf bis sechs Millionen Franken. Möglicher Baustart: Frühjahr 2027. Der Gemeinderat hat Angebote eingeholt, eine bestehende Anlage in der Deutschschweiz besichtigt, sich in Businesspläne vertieft. Man hat die Hausaufgaben gemacht.

Was hier entstehen soll, ist kein Skigebiet 2.0. Keine Gondelbahn in ein Massenangebot. Kein Après-Ski, kein Liftticket-Tourismus. Sondern ein Aussichtspunkt, der erreichbar wird. Ein Gipfel, der nicht mehr nur dem gehört, der gut zu Fuss ist. Sanfter Tourismus, wie er im Buch steht: Natur erleben, ankommen, innehalten.

Das Besondere an diesem Projekt ist nicht die Technik. Es ist der Mut. In einer Zeit, in der kleine Gemeinden vor allem damit beschäftigt sind, das Bestehende zu erhalten, ergreift Oberwald die Initiative. Zimmermann sagt, der Hungerberg sei einer der schönsten Aussichtspunkte im Goms. Diesen Satz spricht jemand, der daran glaubt.

Ob das Projekt realisiert wird, entscheidet die Bevölkerung. Die Richtung ist gesetzt. Und das allein ist schon eine Meldung wert.

Bernhard Kuonen

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